Das Wichtigste: Die richtige Fahrtechnik kurz erklärt
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Die 90°-Kurve Als Grundregel sollte man sich folgendes zu Herzen nehmen: Außen-innen-außen. Das heißt, man fährt die Kurve von außen an, steuert auf den Scheitelpunkt zu, also nach innen, und lässt sich dann wieder aus der Kurve hinaustragen. Damit kommt man mit möglichst geringer Lenkbewegung, dafür aber mit enormem Schwung durch die Kurve. |
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Die 180-Grad-Kurve wird ebenfalls wie eine 90-Grad-Kurve außen gefahren. Allerdings schneidet man eine solche Kurve nicht direkt, sondern lenkt ein wenig ein. Nachdem man den Scheitelpunkt durchfahren hat, gibt man wieder Gas und lässt sich in die Gerade treiben. Diesen Vorgang nennt man "Raustreiben": Man öffnet leicht die Lenkung, so dass das Kart einen automatischen ablaufenden Prozess ausführt. Ein erzwungener Lenkeinschlag würde die Querkraft vergrößern, und das kostet Zeit. Die 180°-Kurve mit kurzer Zwischengerade Solche Passagen lassen sich in zwei 90-Grad-Kurven unterteilen: Man fährt die erste von außen an, zieht nach innen und lässt sich wieder hinaustreiben. Damit ist man vor der zweiten Kurve wieder am Fahrbahnrand und kann zielgenau nach innen schwenken. Im Idealfall macht man daraus eine Kurve. |
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Die Spitzkehre Natürlich ist vor jeder Kurve die richtige Geschwindigkeit wichtig. Gerade bei der Spitzkehre ist sie aber entscheidend für das Gelingen des Manövers. Diese wird von außen angefahren "Anstellen" nicht vergessen und ab dem Scheitelpunkt innen durchlenkt. Ist man zu schnell, hat man keine Chance und kommt in einen zeitraubenden Drift, oder das Kart untersteuert und fährt geradeaus. Das Herunterbremsen auf die passende Geschwindigkeit muss also bereits vor dem Scheitelpunkt der Spitzkehre beendet sein. |
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Die richtige Kurvenkombination Isoliert lassen sich Kurven nur in der Theorie betrachten. Die Realität auf der Strecke wirf die schönsten Regeln wieder über den Haufen. Was vor allem zählt, ist das, was nach der Kurve kommt. Ein Streckenplan ist dabei nur bedingt hilfreich. Denn die Art des Belages, Schlaglöcher, Schmutz, Steigungen und Gefälle sind meist nicht eingezeichnet. Oder gibt es Curbs, die man überfahren kann, um den Weg etwas abzukürzen? All das sind Faktoren, die den Verlauf der Ideallinie beeinflussen. Die theoretisch schnellere Linie kann in der Praxis langsamer sein, weil auf der scheinbar ungünstigen Außenbahn mehr Grip vorhanden sein kann. Also: Nicht schnell in eine Kurve hineinfahren, sondern schnell aus ihr herauskommen ist das Ziel. |
Die Ideallinie Das Zauberwort in der Kartszene heißt "Ideallinie", der Schlüssel zu schnellen Rundenzeiten. Eigentlich hat jede Kurve ihre Ideallinie, auf jeder Strecke und in jeder Motorsport-Disziplin. Bei Outdoor-Bahnen kommt sie unter Umständen in Form des Gummiabriebs auf dem Asphalt zum Vorschein. In der Halle wird sie sich üblicherweise nicht so leicht zu erkennen geben. Routinierte oder talentierte Fahrer finden sie jedoch in der Regel schnell. Aber wie kann man ihr zumindest in der Theorie auf die Spur kommen? "Ideallinie ist die schnellste Verbindung zwischen zwei Punkten auf der Strecke nämlich Start und Ziel." Als Niki Lauda einmal danach gefragt wurde, meinte er: "Wem man das erst erklären muss, der soll´s besser gleich bleiben lassen." Na ja, versuchen wir es trotzdem einmal. Die simpelste Definition lautet: Die Ideallinie ist die Linie, die am schnellsten durch die Kurve führt. Fest steht auch, was sie auf keinen Fall ist: Die Ideallinie markiert nicht den kürzesten Kurs im Sinn von Metern. Sie hat auch nichts mit der sogenannten Kampflinie zu tun. |
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Bei diesem Stichwort hat so mancher das Bild von Ben Hur im Oval des Circus Maximus vor Augen. Man denkt an Streitwägen mit rotierenden Messern zwischen den Speichen und Gegner mit schwingenden Peitschen. Nur, Ben Hur spielt nicht auf der Kartbahn, egal ob In- oder Outdoor. Wer im Ben Hur-Stil fährt, sieht sofort die schwarze Flagge und kann sich auf seinen Abgang vorbereiten. Im Kartsport spricht man daher auch korrekterweise von der "fairen Kampflinie", die lediglich einen taktischen Fahrstil beschreibt. Ein Kontakt oder eine Kollision mit dem Verfolger ist dabei nicht vorgesehen. Die Kampflinie verläuft dort, wo man die Attacke des Gegners vermutet. Vor einer Kurve etwa an dem Punkt, wo einen der Konkurrent ausbremsen könnte. Auf Outdoor-Strecken blockiert man den Weg und lässt nur die schmutzige Außenbahn frei. Zickzack fahren auf der Geraden ist übrigens nicht erlaubt. Eines sollte jedoch klar sein: Mit der Kampflinie kann man das Überholen des Gegners nur erschweren. Ist er trotzdem schneller, muss man ihn auch wenn sich einem dabei die Nackenhaare aufstellen von dannen ziehen lassen. Ist der Kontrahent überhaupt deutlich schneller, macht man besser gleich Platz. Das Fahren der "fairen Kampflinie" sollte im Übrigen nur unter einigermaßen gleichwertigen Fahrern praktiziert werden. Sinnlos ist dies auch bei reinen Zeit-Qualifikationen, da ja die Platzierung im Zieleinlauf keine Rolle spielt. Hierbei sorgt eine solche Fahrweise höchstens für Ärger in der Boxengasse. |
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