Die Geschichte des Kartsports



Kartsport kommt, wie sollte es anders sein, aus den Vereinigten Staaten von Amerika. (Mit Kart bezeichnen die Amerikaner ein Laufställchen für Babys.) Als technischer "Vater" gilt der Ingenieur Art Ingels aus Los Angeles. Zusammen mit Lou Borelli setzte er 1956 einen Rasenmäher-Motor auf ein selbstgebautes Fahrgestell und beide fuhren mit ihren Söhnen auf einem Parkplatz um die Wette. Bereits 1957, dem Gründungsjahr des "Go-Kart-Club of Amerika", wurden in den USA die ersten regulären Rennen gefahren.

Aus den USA begann der Kartsport einen weltweiten Erfolgsweg. Schon in den frühen 60er Jahren sah man die ersten Karts bereits in Deutschland. Zunächst bauten in Deutschland stationierte amerikanische Flieger zum Zeitvertreib motorisierte, fahrbare "Ungetüme", die mit den heutigen Karts noch nicht allzu viel gemeinsam hatten. Bald darauf wurden die ersten Kartfirmen gegründet, z.B. die Fa. Hetschel (Mach1), die heute noch bestehen und durch den mittlerweile einsetzenden Kartboom im Indoor-Bereich z.Z. einen wahren Boom erleben. Das Hauptland der Kartszene ist aber Italien: Die rennsportbegeisterten Italiener haben eine Kartindustrie aus dem Boden gestampft und sind heute auch von der Technik der Motoren und der Chassis absolut führend auf der Welt. Selbst im Kart-Mutterland Amerika sind in den Ergebnislisten die Marken Parilla, CRG, PCR, Allkart oder Tony Kart auf den ersten Plätzen zu finden.

Allerdings war der Kartsport zunächst eine nicht allzu sehr beachtete Art des Automobilsports, eine Nischensportart. Das sollte sich erst zu Beginn der 90er Jahre ändern. Da machte ein gewisser Michael Schumacher mehr als deutlich, dass Kartsport die beste Automobilsport-Schule ist, die es je gegeben hat!

 

 

 


      Die nationalen Kartklassen                                  

– Kadetten:
Dies ist eine Einsteigerklasse für 8-14jährige. Das Chassis (Fahrgestell) ist relativ frei; muss jedoch von einem CIK-anerkannten Hersteller gefertigt worden sein. Das Mindestgewicht von Kart + Fahrer beträgt 115 kg. Als Antrieb dient ein Honda 4-Takt-Motor mit ca. 5,5 PS. Die Drehzahl der Motoren ist auf 3.500 U/min begrenzt.

– Bambinis:
Von der ONS (Oberste Nationale Sportkommission) als zweite Einsteigerklasse bezeichnet. Auch hier können Youngster zwischen 8 und 14 Jahren mit ihren Karts auf Rundstrecken ins Rennen gehen. In dieser Klasse werden Karts mit 2-Takt-Motoren mit 60 oder 80 cm3 und ca. 6,5 PS der Firma Comer eingesetzt, die bei einem Mindest-Gesamtgewicht von nur 85 kg (Kart und Fahrer) schon recht spritzig sind. Für diese Klasse sind Einheitsreifen vorgesehen.

– Pop 125 Senioren / Junioren:
In dieser Klasse sind nur wassergekühlte 2-Takt-Motoren mit 125 ccm, von DINO, IAME und Italsistem zugelassen. Die Motoren sind membrangesteuert und mit Fliehkraftkupplung ausgerüstet. Die Motoren leisten ca. 19 PS. Das Mindestgewicht von Kart + Fahrer beträgt 130 kg für Junioren (12-16 Jahre) und 145 kg für Senioren. Ab 16 Jahre ist es Pflicht bei den Senioren mitzufahren. Die Motoren haben eine Drehzahl von ca. 18.000 U/min, weshalb diese Karts auch in der Endgeschwindigkeit (bis zu 170 km/h) deutlich über den Einsteigerklassen liegen. Die Klasse POP wurde vom ADAC ins Leben gerufen und ist heute die am meisten verbreitete Klasse für Junioren, allerdings international nicht anerkannt.